Cyclocross

Es war um die Jahrhundertwende, als französische Radrennfahrer über den Winter nicht nur ihre Form behalten, sondern auch den zarten französischen Winter in seiner vollen Pracht geniessen wollten. Es trieb sie daher hinaus, in die Natur, um in langen Grundlageneinheiten an ihrer Ausdauer zu arbeiten. Und so fuhren sie stundenlang plaudernd durch die wundervolle Landschaft, um bei gemächlichem Tempo heissen Tee und Kekse zu verzehren und um immer wieder innezuhalten und sich des Lebens zu erfreuen.

Cyclocross war geboren. So wurde mir die Geschichte dieses bezaubernden Wintersports geschildert, worauf hin ich mich natürlich prompt beim ersten Rennen des Schnecke-Wintercups angemeldet habe.

Man wird doch wohl den Roleur lent nicht angeschwindelt haben?

Ein kleiner Helfer in der Not

Form follows Function. Das berühmte “Dreieck” Sattel – Lenker – Pedale muss individuell auf den Fahrer abgestimmt sein, um unangenehme Überraschungen wie Nackenverspannungen, Schulterschmerzen oder taube Hände zu vermeiden. Aber nach vielen Stunden am Rad können oft auch die beste Hose und der perfektest an die eigenen Sitzhöcker angepasste Sattel nicht mehr mithalten.

Und wenn der Hintern dann die unvermeidlichen Abnützungserscheinungen zeigt ist mein Tip:

rohde-creme

Rohde Pflegecreme. Spart euch das Geld für Ozone Spezialcremes, nehmt Hirschtalg nur, wenn die Unterhose riechen soll wie der Opa. Geht lieber in den Bipa um’s Eck, lasst dort euer vom Munde abgespartes, tauscht es ein gegen die Erlösung in Tuben: Rohde Pflegecreme. Ein Traum. Zweimal schmieren, und alles glänzt wie neu. Und fühlt sich noch dazu auch so an.

Festlegung der Jahreshöhepunkte

Eine wesentliche Eigenschaft moderner Trainingsplanung auch (oder gerade?) für Hobbyfahrer scheint die Periodisierung der Radsaison, d.h. die Einteilung in unterschiedliche Phasen zu sein.
Dafür gibt es unterschiedliche Systeme, sie laufen aber alle darauf hinaus, dass man zunächst diejenigen Zeiten identifiziert, zu denen man in Hochform sein möchte, und sich daraus die Gestaltung des restlichen Trainingsjahres ableitet.
Für jemanden, dessen sportliche Ansprüche in der (möglichst guten) Absolvierung von Rennen kulminieren, ist das eine recht einfache Übung: Man nehme sich einen Rennkalender und suche sich die Rennen aus, die man in Topform bestreiten will. Fährt man die anspruchvollsten Rennen aber spontan in der Trainingsgruppe, und stellt ein Radmarathon am Wochenende eher eine Abwechslung im Trainingsplan dar als ein Ziel, auf das man hintrainiert, so tut man sich mit dieser Methode denkbar schwer.
Hier zahlt es sich aus, wenn man ein Trainingstagebuch in Form von manuellen Aufzeichnungen oder Radcomputer-Protokollen zur Hand hat.
Denn Nicht-Rennfahrer wollen natürlich dann in Form sein, wenn sie am meisten Rad fahren. In meinem Fall nehme ich mal die Aufzeichnungen der Jahre 2008 und 2009 zur Hand:

jahreshoehepunkte

Daraus lässt sich deutlich ableiten,dass meine Saisonhöhepunkte (d.h. die Zeiten, in denen ich am meisten am Rad sitze) im Mai und im August sind, während alle anderen Monate in etwa gleich sind (bei ca. 20 – 25 Stunden im Monat).

Unabhängig davon, was ich sonst noch so an Aktivitäten für 2010 plane, diese Monate kann ich auf jeden Fall schon mal als “Topform-Zeiten” eintragen. Die Teilnahme an etwaigen Veranstaltungen in diesen Zeiten bietet sich natürlich an – doch selbst wenn sich dort nichts passendes findet scheint dennoch klar zu sein, dass ich relativ viel Zeit auf dem Rad verbringen werde – und in dementsprechendem Zustand sein sollte.

Radfahren, Ernährung und Knochendichte

Vielleicht ist es ja schon aufgefallen, dass Knochenbrüche bei Berufsfahrern nach Stürzen ja schon fast zum Standard gehören. Sogar das berühmteste Schlüsselbein der (Rad)Welt ist davon nicht gefeit gewesen, bei einem Abstieg über den Lenker unsanft in mehrere Teile zerbröselt zu werden.

Studien legen nahe, dass Knochen von Radfahrern eine niedrigere Dichte aufweisen, und daher eine höhere Neigung zu brüchen haben. Auch der erhöhte Mineralstoffverlust durch starkes Schwitzen spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Radfahrer sollen also auf ihren Kalzium-Haushalt achten und überdurchschnittlich viel Kalzium (rund 1.000 mg statt 700 mg) zu sich nehmen. Eine Untersuchung bestärkt mich übrigens in meiner Ablehnung von Nahrungsergänzungsmitteln: Zusätzlich in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zugefügtes Kalzium hat die Knochendichte nicht verändert. Also immer schön Broccoli essen!

Auf eine andere Sache ist man aber auch noch gestossen: Knochenbelastungen (in Form von Stössen und Zügen) beanspruchen die Knochenstruktur und bewirken ihre Stärkung. Der Körper reagiert also auf die veränderte Belastung und passt sich an. Es werden also Krafttraining und Laufen nicht nur als Offseason-Beschäftigung oder Alternativsportart empfohlen, sondern als fester Bestandteil des Ganzjahrestrainings. Krafttraining kann also nicht nur die Leistungsfähigkeit steigern (mehr dazu ein andermal), sondern auch zur Verletzungsvermeidung beitragen.

Gut, dass ich mir trotz Krafttraining letzten Winter den Oberarm gebrochen habe ist eine andere Geschichte. Vielleicht hat aber dieser eher heftige impact meine Knochendichte nachhaltig verbessert.

Warum eigentlich schneller?

Es scheint, als gebe es für Hobbyfahrer im Grunde nur zwei verschiedene Tätigkeitsfelder:
Man kann entweder Bergfahren wollen, oder lang fahren wollen. Die Königsklasse ist dann die Kombination.
Daher üben sich die meisten Fahrer auch in oft endlos langen Grundlageneinheiten, und eiern stundenlang mit Puls 130 herum. Auf diese Art können sie zwar die Dauer ihrer Leistungsfähigkeit erhöhen, gleichzeitig bleiben sie aber auch langsam. Das aber können sie dann lang machen.
So reizvoll die Berge auch seien mögen (und ein paar davon hab ich schon gemacht), meine wirkliche Leidenschaft (und scheinbar auch mein Talent) liegt in der Ebene.

Nach fünf Jahren Rad fahren stellt man sich schon mal die Frage, was das alles eigentlich soll und worum’s eigentlich geht.

Auch wenn ich oft schiefe Blicke und Unverständnis ernte: Mein Ziel ist es weder, im extremen Ausdauerbereich, noch im Bergfahren zuzulegen. Es geht mir nicht um das “höher” und das “weiter”, sondern um das “schneller”, einer im Hobbybereich oft ignorierten Eigenschaft des Radsports.

Ich denke auch, dass die Möglichkeit, in der Ebene ein zügiges Tempo anzuschlagen, eine Grundvoraussetzung für alles weitere ist. Es ist Rad fahren in seiner einfachsten Form, ohne zusätzliche Schwierigkeiten wie Steigungen, extreme Dauern und damit einhergehenden Probleme der Ernährung und der Flüssigkeitszufuhr. Beherrscht man diese Grundlage des Radsports, so wird man auch in den anderen Bereichen Fortschritte machen.