Ich liebe Frankreich! Man stelle sich einmal vor, die Österreichische Sparkasse würde ein Radteam sponsoren. Heraus kommen würde ein weisses Trikot mit einem grossen roten “S” samt deplaziertem i-Punkt auf dem Rücken. Vielleicht noch ein Sparefroh irgendwo, eventuell als Soigneurs-Outfit?
Wenn aber eine französische Sparkasse ein Radteam sponsort, dann gibt’s gleich ein ganzes Feuerwerk! Erstmal der Name – Caisse d’Epargne heisst nichts anderes als “Sparkasse”, hört sich aber schon mal ganz anders an. Dann das Team! Eine französische Bank sponsert ein spanisches Radteam, das auch wirklich fast nur aus Spaniern besteht. Man stelle sich vor! Und welche Spanier da mitfahren! Alejandro Valverde, zum Beispiel. Ach so, der fährt ja gar nicht mehr. Na, dann ist es wohl auch nur passend, dass Caisse d’Epargne auch nicht mehr Sponsor dieses Teams ist. Was ich unendlich schade finde, denn die schwarz-roten Dressen in Kombination mit den Pinarellos waren einfach zu herrlich.
Und ich durfte erst vor kurzem lernen, was die schöne graphische Lösung auf den Trikots eigentlich ist: Ein Eichhörnchen.
Glaubst Du nicht, gell? Hier ist der Beweis:
Jetzt ist es klar, oder? Ich muss aber zugeben, ich hab’s natürlich auch über all die Jahre nicht gesehen. Erst diese historische Gegenüberstellung hat mir die Augen geöffnet.
Aber Mobile killed the Investment Star, nun hat ein Mobilfunkanbieter das visuelle Ruder übernommen. Movistar, die Mobilfunk-Brand des Spanischen Telekomgiganten Telefonica, ist ab sofort Titelsponsor des Teams. Was leider kein graphischer Gewinn ist:
Schade schade schade. Ich hoffe, dass bald wieder alteingesessene Unternehmen in das Sponsorship des Radsports kommen und ihre teilweise jahrhundertealte Designtradition mitbringen. Diese jungen Retortenmarken können einfach nix, verglichen mit den alten Designschlachtschiffen Europas.





