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Sattelhöhe richtig bestimmen

Wer dauerhaft leistungsfähig und verletzungsfrei Radsport betreiben möchte muss ein passendes Rad besitzen. Niemand weiss das besser als all jene, deren Rad nicht gut auf sie angepasst ist (und ich rede hier noch gar nicht von “optimal” oder “perfekt”, weil ich an diese Kategorien im Breitensport ohnehin nicht glaube).

Der erste und wichtigste Ansatzpunkt wenn es um die Position auf dem Rad geht ist die Position des Sattels zum Tretlager, also zum einen die Höhe des Sattels als auch seine Verschiebung in der horizontalen (nach vorn bzw. nach hinten).

Auf den ersten Blick würde man davon ausgehen dass eine so basale Grösse eingehend nach objektiven Standards qualifiziert wurde und man relativ simpel die eigene Sitzposition ermitteln kann. Weit gefehlt.

Statt dessen gibt es jede Menge Hörensagen, Faustregeln, veralteten Research und unzählige Ansätze, die alle mehrere Aspekte völlig ausser acht lassen.

Alle gängigen Formeln nehmen die Schrittlänge (also die Distanz zwischen der Fusssohle und dem “Hosenboden”), multiplizieren sie mit einer halbwegs willkürlichen Zahl (Informatiker würden dazu “Magic Number” sagen) und heraus kommt die “Sattelhöhe”.
Was genau damit gemeint ist bleibt schon mal relativ unklar (Distanz Tretlager-Satteldecke entlang des Sitzrohrs? Distanz Tretlager-Satteldecke an der Stelle an der man üblicherweise sitzt? Definiere “Stelle an der man sitzt” …); Abgesehen von diesen Unschärfen versucht diese Formel, die Tatsache zu kompensieren, dass beim Treten auf dem Fahrrad nicht ein, sondern drei Gelenke involviert sind: Hüfte, Knie und Sprunggelenk.

Ausser Frage steht, dass sowohl eine übermässige Streckung als auch eine zu niedrige Öffnung des Kniegelenks vermieden werden sollen, da diese zu Fehlbelastungen und Verletzungen führen können. Die Formeln und Faustregeln (“Ferse auf’s Pedal”, Schrittlänge multipliziert mit einer Zahl niedriger als 1 …) versuchen, Elemente wie Sprunggelenkswinkel, Fusslänge, Cleat-Position und Hüftöffnung zu approximieren und auf eine Höhe des Sattels zu kommen, die plusminus in etwa einem vernünftigen Kniewinkel entspricht.

Wenn man davon ausgeht, dass der wesentliche Faktor die Knieöffnung ist, dann gibt es eigentlich nur eine sinnhafte Methode, die richtige Sitzhöhe zu bestimmten: Messen.

Wie geht das? Auftritt Goniometer.

Ein Goniometer – sprich: Winkelmesser – dient dazu, den Kniewinkel in der maximalen Beinstreckung zu bestimmen, womit das lästige Herumraten und Herumprobieren entfällt. Zwar gibt es auch hier unterschiedliche Meinungen, was ein guter Wertebereich ist (von 140° – 150° bis 145° – 155°), aber jedenfalls arbeitet man hier nicht mehr mit irgendwelchen Ratespielen.

Konkretes Beispiel? Ich habe jüngst eines meiner Räder nach langer Pause als “Schlechtwetterrad” reaktiviert, samt einem alten Paar Schuhe, das als Schlechtwetterschuhe noch gute Dienste leisten wird. Meine Sattelhöhe vom aktuellen Rennrad übernommen und siehe da: Irgendetwas passt nicht. Nach längerem Hin und Her stellt sich heraus: Die Sohle der alten Schuhe ist um 4mm dicker als die der neuen, d.h. der Kniewinkel ist zu niedrig, und der Sattel muss um 4mm rauf.

Nur mit einem Goniometer kann man über alle Equipment-Unterschiede hinweg sicherstellen, dass die Sattelposition immer passt.

International

Bemerkt habe ich es, als ich auf meine Neopren-Überschuhe geschaut habe: Hergestellt in Italien (samt italienischer Flagge) für eine in Grossbritannien ansässige Firma mit einem spanischen Namen sind sie ein Sinnbild für einen durch und durch internationalen Sport.

Ein kurzer Equipmentcheck von Rad und Radfahrer bestätigen diesen Eindruck. Die Herkunftsländer aller Radteile und Gegenstände an meinem Körper (within reason):

  1. Italien: 8 Teile
  2. Japan: 7 Teile
  3. USA: 6 Teile
  4. Frankreich: 4 Teile
  5. Niederlande: 4 Teile
  6. Deutschland: 2 Teile
  7. Grossbritannien: 2 Teile

Schon klar, in Wirklichkeit sieht das Ranking wohl eher 1. China (25 Teile), 2. Taiwan (8 Teile) aus, aber es kommt ja auch drauf an was draufsteht, nicht wahr?

Frühlingsreifen

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Auch als Alltagsreifen am Stadtrad perfekt.

Sitzpositionen

Da soll einer nochmal sagen ich würde zu tief sitzen.

Man beachte die Sitzposition von David Zabriskie (ab Minute 4:36). Dagegen bin ich ja ein regelrechter Hochhucker.