Flex

Müsste ich eine einzelne Trainingsmassnahme benennen, die mein Leben als Radfahrer wesentlich verändert hat, es wäre Krafttraining. Regelmässiges und gezieltes Krafttraining. Ja, so richtig mit Gewichtheben und so. Nicht wie Bodybuilding, aber trotzdem das, von dem Du immer wieder hörst, dass Ausdauersportler es nicht brauchen.
Sie haben nicht recht.
Sicher, Bahnfahrer sieht man öfter beim Krafttraining. Die meisten Bahndisziplinen sind auch wesentlich kraftbezogener als Strassenradsport, bei dem es um Kraftausdauer und Leichtigkeit geht. Warum also zusätzliche Muskelmasse riskieren?
Zunächst einmal, weil Du ein Hobby-Radfahrer bist. Und Dir ein paar Milimeter mehr Schultermuskulatur nicht schaden könnten. Und eine gut trainierte Rückenmuskulatur Dir nicht nur helfen wird, länger und effizienter in der Unterlenkerposition zu bleiben, sondern auch Deinem Bandscheibenvorfall, den Du vom täglichen Herumsitzen im Bürostuhl bekommen wirst, vorbeugen kann.
Eine trainierte und dadurch gestärkte Haltemuskulatur verbessert Deine Position am Rad auch auf längeren Distanzen und hilft positionsbezogene Beschwerden wie Hals- und Rückenschmerzen, eingeschlafene Hände oder Sitzproblemen zu vermeiden. Eine gut trainierte Rumpfmuskulatur macht Deinen Tritt geschmeidiger und vermeidet unnötige (und energieraubende) Bewegungen des Oberkörpers.

Training der Beinmuskulatur verbessert die Koordination und damit die Effizienz der Muskeln, verringert die Krampfgefahr, erhöht die Kraftausdauer und beugt muskulären Disbalancen vor oder mindert sie.

Du siehst – es gibt einige gute Argumente für den Besuch eines Fitness-Studios, und nur eines dagegen: Das des ungewollten Gewichtszuwachs. Aber diese Furcht ist weitgehend unbegründet: Trainiert man richtig, nimmt man kaum Muskelmasse zu, und als Ausdauersportler wird man egal wie sehr man sich beim Gewichtestemmen auch bemüht, nie ein Ronnie Coleman werden.

Wenn Du mit dem Krafttraining beginnst solltest Du jedenfalls einen ausgebildeten Trainer oder eine ausgebildete Trainerin zu Rate ziehen. Gerade komplexe Übungen die mehrere Gelenke involvieren bedürfen einer fehlerfreien Trainingstechnik um Folgeschäden zu vermeiden. Hast Du Dich darum gekümmert, dass Dich Dein Training verletzungsfrei halten wird, wirst Du bald merken, wie produktiv Krafttraining ist.

Zweitens. Wenn wir grad bei Muskeln sind. Stretching. Ich hasse es (und weiss mich damit in guter und zahlreicher Gesellschaft), aber es hilft. Betreibt man es regelmässig und ernsthaft werden die Muskeln geschmeidiger und erreichen eine bessere Endbeweglichkeit (Muskeln können nicht “verkürzen”, aber sie können sehr wohl einer starken Muskellängung entgegenarbeiten und damit ein funktionales Äquivalent dazu bewirken).

Hier gibt es ein paar Ideen zum Thema von mir.