Bodenhaftung

“Todays stage showed what the best tyres in the peleton are for anyone undecided, VELOFLEX RULE!” -- Bradley Wiggins

Brad Wiggins bezieht sich dabei auf diese kleine Eskapade von Rémy Di Grégorio, dem Sieger der siebten Etappe von Paris-Nice 2011:

Ich selbst war heute zum ersten mal wieder mit dem Rennrad unterwegs, aber bei wesentlich besserem Wetter. Und ich muss sagen: Recht hat er, der Herr Wiggins!

Die Etxeondo Wintermütze

Das Baskenland ist nicht nur dafür berühmt, auserordentliche Kletterer hervorzubringen, sondern auch dafür, diese Bergspezialisten mit Namen zu versehen, deren Schreibweise massive Verknotungen der linken und der rechten Gehirnhälfte hervorruft.

Diese Eigenart erstreckt sich aber nicht nur auf Personennamen, sondern auf die gesamte Sprache.
Aufmerksamen Zusehern der Clásica de San Sebastián dürfte z.B. ein rennentscheidender Anstieg nicht entgangen sein. Hört ein Österreicher seinen Namen – Jaizkibel – so denkt er eher an ein sich in sehr schlechtem Zustand befindliches, unzuverlässiges Automobil und weniger an einen Berg.

Aber meine anhaltende Verblüffung über die Schreibweise der baskischen Sprache Euskara soll hier nicht weiter das Thema sein. Auch, wenn ich nicht genau weiss, wie man Etxeondo ausspricht.
Das Thema ist vielmehr, dass Exteondo eine Wintermütze macht. Der erste Gedanke, der einem da in den Kopf schiesst ist: Warum stellen die feinen Damen und Herren bei Etxeondo überhaupt eine Wintermütze her? Immerhin hat die Firma hat ihren Sitz in der Provinz Gipuzkoa, die nicht unbedingt durch ihre arktischen Temperaturen hervorsticht.

Sei’s wie’s sei, jedenfalls stellt Exteondo eine Wintermütze her. Und eine besonders gute noch dazu. Die 3-in-1 Mütze kann man verwenden als:

1. Mütze
2. Schal
3. Gesichtsschutz

wobei Verwendungszweck (1) bei Helmträgern nur schwer vorstellbar scheint. Aber das macht eigentlich nicht viel, denn man kann sie ja auch im Alltag als Mütze tragen, und als Schal und als Gesichtsschutz ist sie ganz formidabel.

So hat sie im Dezember 2010 fünf Stunden lang der Kälte getrotzt und mein Gesicht warm gehalten, während draussen -12° herrschten.

Neben ihrer hervorragenden wärmenden Eigenschaften verfügt die Mütze aber auch über sportpolitische Qualitäten: Als Alberto-Contador-Gedenkkappe hält sie die Erinnerung an einen der ganz grossen Fleischesser unseres geliebten Radsports hoch. Dass sie ausgerechnet aus der Gegend kommt, die aus Sicht des Madrider Champions nur schwer Clenbuterol-verseuchtes Mastrind erzeugt ist noch von zusätzlicher Pikanterie, deren Auswirkungen auf die iberische Innenpolitik noch gar nicht abgeschätzt werden können.

Aus all diesen Gründen halte ich den Etxeondo 3-in-1 Winter Hat für ein unentbehrliches Accessoir für die Wintersaison 2010/2011. Er bietet die Möglichkeit, die eigene unsterbliche Loyalität für saubere, hilfsmittelfreie Rindermast in Europa zum Ausdruck zu bringen, hält warm, und erlaubt stundenlange Erörterungen mit Trainingskollegen darüber, wie zum Henker man Exteondo nun ausspricht.

Bezogen werden kann das gute Stück wie so viele andere gute Stücke bei Prendas Ciclismo.

Der grosse Sitzcreme Test: Nachtrag

Seit der Erstellung meines letzten Sitzcreme-Tests haben sich bahnbrechende Ereignisse in der Sitzcreme-Branche zugetragen. Das ist eine komplette und völlig unsinnige Übertreibung. Tatsache ist vielmehr, dass ich auf der Eurobike war und zwei Probesackerl von einem neuen Produkt abstauben konnte.

Dieses Produkt habe ich auf einem längeren Radausflug testen können, die Ergebnisse reiche ich hier nach. Für eine detailierte Aufstellung und Erklärung der Testkategorien bitte ich, das Originalpost zu lesen.

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Der grosse Sitzcremetest

Radfahrer sitzen viel. Das mag für einige nun eine erstaunliche Feststellung sein, aber seien sie versichert, es ist wahr. Befindet sich der Radfahrer nicht gerade im Wiegetritt oder wartet an einer Kreuzung, so sitzt er.

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SUGOi Firewall 220 Softshell

Die Radsport-Industrie muss ja grundsätzlich mit Saisonen leben, und ist daher wie jede andere saisonal organisierte Industrie zyklisch ausgerichtet. Soll heissen: Wenn’s kalt ist werden Wintersachen zum Verkauf angeboten, weil die Leute Wintersachen brauchen, wenn’s heiss ist gibt’s Sommersachen, weil die Leute mit den Winterhosen im Sommer zu sehr in’s Schwitzen kommen.

Naturgemäss bleibt dem Feilbieter der edlen Waren aber am Ende der Saison aber etwas über, das er natürlich auch noch loswerden will, zur Not auch um weniger Geld. Daher kauft der Schlaue nach Möglichkeit azyklisch, d.h. im Frühling Wintersachen, im Herbst Sommersachen.

So war auch diese Produktempfehlung gedacht. Aber wenn ich mir das Wetter so ansehe (-1° WTF?) könnte man das feine Teil durchaus auch noch diese Wintersaison einsetzen.

Die Rede ist von der SUGOi Firewall 220 Softshell Jacke. Meine tiefgreifende Begeisterung liegt wohl auch darin begründet, dass es die erste Softshell ist, die ich mein eigen nenne, und ich immer noch ganz begeistert davon bin, wie warm so ein dünnes Stofferl halten kann. Denn dünn ist sie wirklich. Dünner als ein normales Radtrikot, und warm hält sie auch. So warm, dass ich mit kurzem Trikot, langem Trikot und drüber der SUGOi Firewall 220 auch bei -7° überhaupt keine Probleme hatte.

SUGOi Firewall 220 Softshell. Im Original ist sie mattschwarz.

Ich bin dank dieser Jacke mittlerweile ein echter SUGOi-Fan; Sie ist gut durchdacht und funktionell, sieht obendrein noch gut aus (die einzige mir bekannte Winterjacke, in der man nicht blaad aussieht) und ist preislich vertretbar, wenn man azyklisch kauft. Was auch der Wermutstropfen bei SUGOi ganz generell ist, das kommt teilweise schon auf’s Assos-Niveau. Aber gerade bei Schlechtwetterbekleidung bin ich durchaus bereit, für Qualität etwas mehr hinzulegen, denn es gibt zwei Dinge, die ich wirklich wirklich wirklich hasse: Wenn mir kalt ist, und wenn ich nass bin. Und im schlimmsten Fall beides zusammen.