SUGOi Firewall 220 Softshell

Die Radsport-Industrie muss ja grundsätzlich mit Saisonen leben, und ist daher wie jede andere saisonal organisierte Industrie zyklisch ausgerichtet. Soll heissen: Wenn’s kalt ist werden Wintersachen zum Verkauf angeboten, weil die Leute Wintersachen brauchen, wenn’s heiss ist gibt’s Sommersachen, weil die Leute mit den Winterhosen im Sommer zu sehr in’s Schwitzen kommen.

Naturgemäss bleibt dem Feilbieter der edlen Waren aber am Ende der Saison aber etwas über, das er natürlich auch noch loswerden will, zur Not auch um weniger Geld. Daher kauft der Schlaue nach Möglichkeit azyklisch, d.h. im Frühling Wintersachen, im Herbst Sommersachen.

So war auch diese Produktempfehlung gedacht. Aber wenn ich mir das Wetter so ansehe (-1° WTF?) könnte man das feine Teil durchaus auch noch diese Wintersaison einsetzen.

Die Rede ist von der SUGOi Firewall 220 Softshell Jacke. Meine tiefgreifende Begeisterung liegt wohl auch darin begründet, dass es die erste Softshell ist, die ich mein eigen nenne, und ich immer noch ganz begeistert davon bin, wie warm so ein dünnes Stofferl halten kann. Denn dünn ist sie wirklich. Dünner als ein normales Radtrikot, und warm hält sie auch. So warm, dass ich mit kurzem Trikot, langem Trikot und drüber der SUGOi Firewall 220 auch bei -7° überhaupt keine Probleme hatte.

SUGOi Firewall 220 Softshell. Im Original ist sie mattschwarz.

Ich bin dank dieser Jacke mittlerweile ein echter SUGOi-Fan; Sie ist gut durchdacht und funktionell, sieht obendrein noch gut aus (die einzige mir bekannte Winterjacke, in der man nicht blaad aussieht) und ist preislich vertretbar, wenn man azyklisch kauft. Was auch der Wermutstropfen bei SUGOi ganz generell ist, das kommt teilweise schon auf’s Assos-Niveau. Aber gerade bei Schlechtwetterbekleidung bin ich durchaus bereit, für Qualität etwas mehr hinzulegen, denn es gibt zwei Dinge, die ich wirklich wirklich wirklich hasse: Wenn mir kalt ist, und wenn ich nass bin. Und im schlimmsten Fall beides zusammen.

Besser trocken als nass

Als ich vor kurzem auf der Website eines bekannten Bike-Teile Discounters eine Regenjacke von Mavic bestellte, dachte ich nicht daran, wie gut mir das neue “M” von Mavic gefällt, oder dass ich mir das wirklich geile gelbe Teil nicht leisten will. Ich dachte nur, dass ich eine Regenjacke brauchte, und das Teil von Mavic vernünftig aussieht und da gerade in Aktion auch preislich halbwegs vertretbar war.

Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass die Mavic Neptune Jacket derzeit eines der begehrtesten Accessoirs überhaupt darstellt und als eines der Aushängeschilder der Jungs und Mädels aus Annecy gilt.

Dementsprechend zahlt es sich wohl auch aus, kurz ein paar Worte über die Jacke zu verlieren. Aber was kann man über Regenjacken denn schon grossartig sagen? Sie hält, was sie verspricht, sprich: mich trocken wenn es regnet. Eine Eigenschaft, die man Sugoi Überschuhen übrigens nicht nachsagen kann, wie ich am Weg von Wien nach Bratislava letzten Samstag feststellen konnte.

Die Farbwahl ist etwas seltsam und es fällt schwer, die Konversation im Produktmanagement-Meeting nachzuvollziehen: “Wir haben eine Jacke gebaut, die man trägt, wenn es regnet. Meistens hat es da Wolken und schlechte Sicht, der Träger ist ungeschützt auf einer Autostrasse unterwegs. Welche Farbe soll die Jacke haben?” – “Grau.” – “Super Idee!”

Mavic Neptune Jacket

Die Mavic Neptune Jacket. Gewinner des Preises für die unpassendste Farbnamenswahl für Rad-Equipment 2009: "Autobahn"

Aber weil sich “grau” natürlich fad anhört, und darüber hinaus eine Farbe und kein Colorway ist, haben sie noch den Vogel abgeschossen mit dem Namen “Autobahn” mit dem sie die Spektraleigenschaften der Jackenaussenoberfläche bedachten.

Ansonsten ist die Jacke funktional und durchdacht, das gelbe Innenfutter sieht prima aus (klare Kaufentscheidung!), der vordere Reissverschluss äusserst clever. Das Packmass finde ich eher mässig, das Gewicht ist aber prima.

Alles in allem: Klare Kaufempfehlung, wenn man Gelb mag.

Oder Autobahnen.

Bei Nacht und Wind

Die Fenix LD20 Taschenlampe. Klein, gemein, gefährlich, hell.

Die Fenix LD20 Taschenlampe. Klein, gemein, gefährlich, hell.

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind.
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.

Ja, hätten die mal ein ordentliches Licht mitgehabt, dann wär die Geschichte auch nicht so ausgegangen.

Aber wenn man im zappendusteren Wald unterwegs ist kann man ein paar Bäume schon mal für eine Geistererscheinung halten. Viel besser ist’s da, wenn man mit ausreichend Lumen versorgt ist, um Stock, Stein, Asphalt und Wiese nicht nur auseinanderhalten, sondern auch gegebenenfalls drumherum navigieren zu können.

Die Fenix LD20 ist so ein kleines Wunderwerk der Technik, das aus stockfinsterer Nacht zwar nicht hellichten Tag macht, aber zumindest die Spreu vom Weizen und die Weiden von den Geistererscheinungstöchtern trennt. Ein lebenswichtiger Helfer in der dunklen Jahreszeit, in der man als Regelarbeitszeitgeschädigter unter der Woche sonst überhaupt nicht mehr rauskommen würde.

An sich ist die Fenix aber gar keine Rad-Lampe, sondern eine normale Taschenlampe. Dank der Halterungen von Sigma kann sie aber problemlos an Lenker oder Helm montiert werden. Darüber hinaus ist sie auch noch sehr klein, und was die Leichtbaufraktion interessieren dürfte: Mit 56 Gramm (ohne Batterien) auch noch ausserordentlich leicht.

Die Fenix im Grössenvergleich mit einem zufällig herumliegenden beliebigen Alltagsgegenstand dessen Grösse die meisten Menschen abzuschätzen in der Lage sind (weshalb er als Grössenvergleichsobjekt durchaus geeignet ist).

Die Fenix im Grössenvergleich mit einem zufällig herumliegenden beliebigen Alltagsgegenstand dessen Grösse die meisten Menschen abzuschätzen in der Lage sind (weshalb er als Grössenvergleichsobjekt durchaus geeignet ist).

Klare Kaufempfehlung für alle, die nicht gerne im Dunkeln fahren, sondern es lieber hell haben.

Ein kleiner Helfer in der Not

Form follows Function. Das berühmte “Dreieck” Sattel – Lenker – Pedale muss individuell auf den Fahrer abgestimmt sein, um unangenehme Überraschungen wie Nackenverspannungen, Schulterschmerzen oder taube Hände zu vermeiden. Aber nach vielen Stunden am Rad können oft auch die beste Hose und der perfektest an die eigenen Sitzhöcker angepasste Sattel nicht mehr mithalten.

Und wenn der Hintern dann die unvermeidlichen Abnützungserscheinungen zeigt ist mein Tip:

rohde-creme

Rohde Pflegecreme. Spart euch das Geld für Ozone Spezialcremes, nehmt Hirschtalg nur, wenn die Unterhose riechen soll wie der Opa. Geht lieber in den Bipa um’s Eck, lasst dort euer vom Munde abgespartes, tauscht es ein gegen die Erlösung in Tuben: Rohde Pflegecreme. Ein Traum. Zweimal schmieren, und alles glänzt wie neu. Und fühlt sich noch dazu auch so an.