Über Radstädter Tauern und Turrach

Das also versteckte sich hinter der geheimnisvollen Anküdigung: Eine kleine Radtour von Salzburg in’s Kärnterische Ebene Reichenau. Über 160 km und 2.602 Höhenmeter ging’s bei ordentlichem Fön (das wäre dann starker Gegenwind für alle, die geographisch nicht so top auf der Höhe sind) über Radstätter Tauern und Turracher Höhe. Zwei wirklich hundsgemeine Berge, die durch Gegenwind und Baustellen am Radstätter Tauern noch viel hundsgemeiner wurden.

Die Fahrt war spannende Erfahrung für mich; Mein Vater ist in seiner aktiven Radfahrerzeit die Strecke zweimal gefahren, und ich habe ihn beide Male sehr dafür bewundert. Für einen kleinen Jungen war die Bewältigung dieser Strecke eine schier unmögliche, übermenschliche Aufgabe. Jetzt, ein paar Jahre später, nachdem ich dieselbe Strecke gefahren bin, ist mein Respekt vor der sportlichen Leistung meines Vaters unverändert hoch. Der einzige Unterschied zu früher ist, dass ich jetzt weiss, wie schwer es war und ist.

Damit ist meine Strassensaison effektiv beendet. Alles, was jetzt kommt, ist nur mehr reinste Freude an der Bewegung.

Und dann ist ja eh wieder Crossen angesagt.


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Zum Hocheck

Es ist vielleicht nicht unbedingt üblich, unvollendete Radausflüge als Routenvorschläge zu publizieren. Aber obwohl aufgrund ich aufgrund der grossen Hitze und meines allgemein beklagenswerten Fitness-Levels den Aufstieg auf’s Hocheck ausgelassen habe möchte ich Euch diese wundervolle Route nicht vorenthalten. Nur mit dem Titel “Zum Hocheck”, statt “Auf das Hocheck”.

Die Route ist herrlich hügelig, es geht praktisch immer rauf und runter, da kommt einem die Tagesbilanz von 1.334 hm sogar relativ wenig vor.

138,2 km sind es von Wien aus bis Furth, inklusive mehrerer radikaler Verfahrer bei der Westausfahrt (das ist aber auch wirklich kompliziert dort) und in Furth selbst. Will man das Hocheck ohnehin auslassen kann man eigentlich schon in Weissenbach wieder kehrt machen, dann verkürzt sich die Runde um ein paar Kilometer.

Wer also einen guten Hunderter in der Umgebung von Wien machen will ohne im nördlichen Wienerwald zu fahren ist in der Nähe von Alland bestens aufgehoben.


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Wien – Laa an der Thaya – Wien

Bei dieser 157 km Runde von Wien an die nördliche Grenze handelt es sich um eine Verzierung der Route Buschberg – Nordwest von Bergaufschieber.

Es geht immer auf Nebenfahrbahnen oder wenig befahrenen Hauptstrassen durch eine Region Österreichs, die vor allem dadurch auffällt, dass sie aus unglaublich viel Landschaft besteht.

So viel Landschaft, um genau zu sein, dass man sich ernsthaft fragt, was denn der Herrgot damit bezweckt hat, als er soviel Landschaft nach Niederösterreich geschmissen hat.

Niederösterreich ist bekannt als Österreichs Friesland, und so manch einer hat sich bei Bernie Kohls Bergtrikot nicht nur die üblichen Fragen gestellt, sondern auch, wie es möglich ist, dass so einer aus dem flachen Land weiss wie ein Berg überhaupt aussieht. Aber: So flach wie man glaubt ist Niederösterreich nicht. Hier eine der vielen berühmt-berüchtigten Rampen, glücklicher weise bin ich ihr von ihrer harmlosen Seite begegnet:

Nach rund 80 km Landschaft kommt man in Laa an der Thaya an. Man muss diesem kleinen Örtchen zu Gute halten, dass es nicht nur aus Industriegebiet besteht. Daher als Vervollständigung der Schilderung ein Bild vom Gebäude, das auf dem Laaer Hauptplatz steht:

Schön, gell? Schön ist aber auch der Weg zurück, in der Verlängerung eines Teils der Kreuttal-Runde, über die Leiser Berge.

Hier die Strecke:


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Und hier das Höhenprofil. Niederösterreich ist nicht nur nicht so flach wie man immer vermutet, es ist auch nicht so eben wie man meinen möchte. 157,4 km und 1.060 Höhenmeter waren die Bilanz des Tages. Wer hätte das gedacht?

Ins Irenental

Jetzt lebe ich schon seit über drei Jahren in Wien und muss zu meiner Schande gestehen, dass ich bis vor kurzem noch nie in einem ganz idyllischen Fleckchen Wienerwald, dem Irenental war. Endlich ist es mir gelungen, diesen Misstand abzustellen, hier die Strecke, ausgehend von Klosterneuburg Richtung Weidlingbachtal:


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Die Strecke von Tulln retour ist natürlich am besten am Donauradweg zu fahren, aber von dem hat Google ja bis jetzt noch nichts gehört.
Von Wien aus sind es rund 115 km, eine ganz schöne Strecke für lange Sommertage und ergiebige Grundlageneinheiten.

Streuverlust

Eine der Hauptaufgaben im Sommer ist das Auskundschaften neuer Strecken für den Winter. Dabei ist es besonders wichtig, ein achtsames Auge auf die Umgebung zu haben und die entsprechende Vorstellungskraft, die notwendig ist, um eben jene Umgebung in einer anderen Jahreszeit – in unserem Fall: Winter – zu imaginieren.

Verfügt man über diese Imaginationsgabe, so kann man leicht Gefahren erkennen, die erst in vielen Monaten schlagend werden.

Hier sehen wir so eine Situation. Die vermeintlich gut ausgebaute Strasse kann sich im Winter leicht in eine Todesfalle verwandeln. Warum?

Hinter dem Wegweiser entdeckt man den zugegeben sehr versteckten Hinweis der Magistratsabteilung 48 auf die “Streugrenze”, d.h. den Punkt, bis dem die Stadt Wien die Sicherheit und das Wohlbefinden ihrer Einwohner durch die grosszügige Ausbringung von Rollsplit und Streusalz sicherstellen möchte. Hinter diesem letzten Zeichen sicherer Grosstadtgeborgenheit tun sich die weiten des wilden Niederösterreich auf, in dem der Grossfürst für seine Untertanen durch ebensolche gewissenhafte Streuung sorgt. Doch zwischen diesen beiden Grenzen liegt ein Abschnitt Niemandsland, ein dünner Streifen der Gefahr, in dem ein Mann noch ein Mann und Glatteis noch Glatteis ist. Dieser Gefahrenabschnitt, in dem es bei Strafe verboten ist, zu halten oder gar zu parken, darf selbst im Sommer nur zügig durchschritten werden. Im Winter hingegen türmen sich vermutlich Tonnen von Schnee und Eis auf, und weder Wien noch Niederösterreich stemmen sich mit ihrer magistratischen Kraft den Urgewalten der Natur entgegen. Es ist klar, dass ein Durchkommen im Winter hier wohl nur im Rahmen einer wohlorgansierten Expedition möglich ist.